Was sind soziale Dienstleistungen?

Die INNOSERV Plattform bietet eine umfassende Perspektive auf soziale Dienstleistungen

Einer der wichtigsten Bezugspunkte ist das Konzept der Europäischen Kommission für soziale Dienstleistungen von allgemeinem Interesse aus dem Jahr 2006, das seitdem in zahlreichen Veröffentlichungen von Institutionen und Stakeholdern zitiert wurde. Es beinhaltet gesetzliche Regelungen und ergänzende Systeme der sozialen Sicherung sowie sonstige, unmittelbar zugunsten des Einzelnen erbrachte Dienstleistungen (Europäische Kommission 20061, SPC 20102).

Unter Berücksichtigung dieses Ansatzes definieren wir innovative soziale Dienstleistungen als Dienstleistungen, die die Bedürfnisse des Einzelnen in den Bereichen Gesundheit, Bildung und Wohlfahrtspflege in den unterschiedlichen Gesellschaftsbereichen betreffen:

• Die Förderung sozialer Interaktion zur gegenseitigen Unterstützung

•Die Bereitstellung organisatorischer Regelungen, damit Einzelne und Gruppen direkt unterstützt werden können.

 

Die INNOSERV Plattform

Die INNOSERV Plattform bietet umfassende Einblicke zu den komplexen Perspektiven im Bereich sozialer Dienstleistungen und in die Art und Weise, wie diese in heutigen Sozial-, Gesundheits- und Pflegesystemen zusammenarbeiten (z.B. die Arbeitsteilung zwischen formeller und informeller Pflege).

Die Plattform wird die Dienstleistungen als Sozialisationsprozess betrachten, bei denen (i) die Verantwortung von gesellschaftlichen Institutionen getragen wird um Einzelpersonen in ihrem Alltag zu unterstützen. Die Einzelpersonen werden dabei nicht als isolierte Individuen angesehen, sondern als feste Bestandteile unterschiedlicher sozialer Entitäten (ii). Seit kurzem gelten soziale Dienstleistungen auch als wirtschaftliche ‘Güter‘, mit denen gehandelt werden kann.

Diese Entwicklung hat traditionelle Sichtweisen auf den sozialen Wandel im Hinblick auf größere soziale Gleichheit infrage gestellt, obwohl die beiden Perspektiven nicht zwangsläufig unvereinbar miteinander sind.

Im Innoserv-Projekt werden deshalb Sozialdienstleistungssysteme als spezifische Dienstleister und als umfassende Funktionsträger der Gesellschaft verstanden, die sich in den verschiedenen Volkswirtschaften der Mitgliedsstaaten in Relation zum sozialen Wandel und zu unserem Verständnis von Gesellschaft entwickelt haben.

Sie beziehen sich zudem auf die unterschiedlichen Sozialschutzsysteme, die innerhalb der EU in Kraft sind und wurden zuletzt auch im Zusammenhang mit der ‘aktiven Inklusion von Personen, die vom Arbeitsmarkt ausgeschlossen sind’, definiert.

Diese breite Palette an sozialen Dienstleistungen wird durch empirische und analytische Arbeit der Mitglieder des Konsortiums auf die wichtigsten Entwicklungen eingegrenzt.

 

Innovation im Bereich sozialer Dienstleistungen

Innovationen im Bereich sozialer Dienstleistungen werden in den Feldern Gesundheit, Bildung und Wohlfahrtspflege untersucht, wobei insbesondere geachtet wird auf: (i) die praktische Zusammenarbeit und das Networking von Akteuren zwischen den unterschiedlichen Dienstleistungsbereichen, (ii) die Bildung hybrider Organisationen, die die unterschiedlichen Merkmale von NPOs/NGOs, gewinnorientierten Organisationen und gemeinnützigen Verbänden in sich vereinen; (iii) die Zusammenarbeit von Fachleuten aus unterschiedlichen Bereichen mit politischen Entscheidungsträgern, Nutzern und Freiwilligen.

Das Konsortium wird sich nicht nur auf hoch differenzierte Dienstleistungsbereiche konzentrieren, sondern auch auf Innovationen in Grenzbereichen achten. Dieses Vorgehen kann neue Wege aufzeigen, etwa um schnelleren Zugang zu Dienstleistungen zu erreichen, die zugleich besser an die Bedürfnisse der Betroffenen angepasst sind, um die Kosten zu reduzieren und die Effektivität zu erhöhen (inbegriffen die weitergehenden sozialen Kosten/Gewinne hinsichtlich der Transaktionskosten), um die Qualität des Angebots zu erhöhen und die Risiken der Einzelnen/des Haushalts zu reduzieren.

 

Das integrale Verständnis von Innovation

Das integrale Verständnis von Innovation, das für dieses Projekt vorausgesetzt werden soll, betont vor allem die objektive Dimension von Innovation und ist abgeleitet von Verbesserungen der Effektivität jeglicher Form sozialer Dienstleistung, die die Qualität einer sozialen Gesellschaft verbessert.

Dies kann geschehen durch:

•    Neue Prinzipien

•    Neue Organisationsformen

•    Neue Finanzierungsformen und Ressourcen

•    Neue Akteure

•    Neues forschungsbasiertes Wissen

•    Entwicklung neuer Kompetenzen und Dienstleistungen

•    Nutzung neuer Technologien.

 

Es gibt viele und unterschiedliche Ursprünge für Innovationen, wie zum Beispiel:

•    Veränderte Standards im Bereich sozialer Normen und sozialer Erwartungen (manchmal – nicht immer – werden diese von der Gesetzgebung gefördert und durch Steuermittel finanziert)

•    Neue wissenschaftliche Erkenntnisse und technologische Kapazitäten

•    Sektorübergreifender, kreativer Austausch von Ideen und Wissen

•    Neue Möglichkeiten in den Bereichen Kommunikation und sozialer Organisation

•    Neues Verständnis von sozialen Ressourcen und der Art und Weise wie diese organisiert werden können um gegenseitige soziale Unterstützung sicherzustellen

•    Gewinnorientierte Organisationen, die neue gewerbliche Möglichkeiten ausschöpfen wollen

•    Entwicklungen bei der Integration und der gegenseitigen Bereicherung von Gesundheits-, Bildungs- und Sorgetätigkeitsdienstleistern untereinander.

Die bisher vorgestellte Analyse führt zur Identifikation theoretischer Kriterien, die von Erkenntnissen aus der innovativen Praxis ergänzt werden sollen.

 

Kriterien

Bei der Suche nach Innovation werden drei begleitende Kriterien angelegt:

•    Neuheit im Prozess der Erbringung der Dienstleistung oder bei der Art Dienstleistung selbst. Beinhalten die Dienstleistungen etwas Neues im Bereich sozialer Dienstleistungen? Sind sie mit neuen Managementmodellen verbunden? („was?“)

•    Effectiveness. Effektivität. Sind die neuen Dienstleistungen effektiver als die vorhergehenden? Sind sie auch aus Sicht der Nutzer effektiver? („Für wen?“)

•    Kostenlevel. Sind die Kosten effektiver? (“was und wie?”)

Genauso wichtig wie diese ersten drei Kriterien sind die potenziellen weiteren Auswirkungen jeder neuen Innovation:

•    Innovative Entwicklungen bei politischen und gesellschaftspolitischen Fragen (insbesondere im Zusammenhang mit Gender, Familie, sozialen Organisationen, Sozialschutz, Alter, ethnischer Zugehörigkeit und Kultur)

•    Neue Mechanismen bei der Erbringung von sozialen Dienstleistungen, die von Personalisierung bis hin zu neuen Organisationsformen über soziale und geographische Grenzen hin reichen (z.B. über das Internet)

•    Mechanismen zur Evaluierung finanzieller und sozialer Kosten und Gewinne, die den neuen sozialen Normen und Erwartungen entsprechen.

•    Wissenschaftliche und technische Fortschritte, die soziale Dienstleistungen betreffen

•    Fortschritte im Bereich des Daten- und Informationsmanagements, die die Organisation und Bereitstellung von Ressourcen und Dienstleistungen vereinfachen

•    Neue Formen der Bereitstellung von Ressourcen und der Organisation sozialer Dienstleistungen, inbegriffen neue Formen von kollektiven und sozialen Unternehmen, Sozialversicherungssystemen und Verträgen mit NPOs, die Neustrukturierung und Entwicklung nationaler und lokaler öffentlicher Dienstleistungen sowie die gewerbliche Entwicklung des Angebots sozialer Dienstleistungen.

 

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